Stets waren die Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit, die atemberaubende, unberührte Schönheit der Natur in dieser Schlucht unsere Antriebsfeder. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl wenn man Bereiche betritt, die wohl noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Eben diese Aspekte machen, gemischt mit dem Adrenalinkick beim Abseilen, Klettern, Springen oder Rutschen, diese Sportart so einzigartig. Mit den Gründern Julian (Jul, die Eiche) Eichbichler und Hannes (Hobicht, Justin) Habicher nahm alles seinen Anfang, unter den vielen Gastauftritten haben sich Sonja (Sunny) Leitner und Florian (Totti) Totmoser als feste Größen etabliert. Der Verein, in dessen Namen die Burg Gernstein sinnbildlich für das Erlebte in der Tinne- Schlucht steht, wurde von diesen Vieren gegründet…

Es war ein langer Weg von unseren ersten Schritten in einer Schlucht bis zur Gründung des Vereins…Bereits um die Jahrtausendwende begannen wir uns nach alternativen Freiluftaktivitäten umzusehen. In mitten der traumhaften Bergkulisse des Herzen Europas scheint dies auf den ersten Blick nicht so schwierig. Doch meistens sind die schönsten Flecken auch die Begehrtesten und man findet kaum noch Gipfel, Wälder, Almen oder Bergeseen die nicht schon der Südtiroler, der Tourist oder der Schwammerlklauber für sich beansprucht hat. So war es auf dieser Suche wohl nicht nur ein glücklicher Zufall der uns erstmals an die Ufer des Tinnebachs zu den Füßen der Burg Gernstein oberhalb von Klausen geführt hat. Es war Liebe auf den ersten Blick, der leise plätschernde Bach, die smaragdgrünen Becken, die Ruhe und Abgeschiedenheit. Ausgerüstet mit Badehosen und Adiletten oder Flip-Flops, ohne jemals etwas über eine Spotart wie Canyoning gehört zu haben, machten wir uns daran die Schlucht zu erkunden.

Geschichte

Von unten nach oben, wir kletterten die Wasserfälle hoch, umgingen sie, sprangen und rutschten sie wieder hinunter. Doch schon bald kam uns zu Ohren, dass wir das Rad hier nicht neu erfunden haben…Vor allem an die Neoprenazüge konnten wir uns schnell gewöhnen, bei Wassertemperaturen von unter 10 Grad, kein Wunder ;-) Auch den Gurten und Seilen konnten wir bald was abgewinnen. Wir erweiterten unseren Horizont, begingen Schluchten in der Nähe und richteten in mühevoller Arbeit den Tinnebach komplett ein. Doch erst als ein Hochwasser unsere Stände aus der Verankerung riss,  Muren die Becken verschütteten und Wasserfälle unter sich begruben konnten wir uns von „unserer“ Schlucht losreisen. So tief uns die Zerstörung des Tinnebachs auch getroffen hat, so war sie doch auch ein Startschuss. Unser Horizont hat sich seitdem stetig erweitert, wir haben verschiedenste Schluchten in  Süd-, Ost- und Nordtirol begangen, im Trentino und im Veneto, einige hat es bis nach Korsika verschlagen. Und doch stehen wir noch am Anfang, und pilgern in diesem Wissen jedes Jahr noch einmal in das Tal, in dem alles seinen Anfang nahm.

Wetter